«Ich bin Dir halt ein bißchen zu revolutionär»

Briefwechsel 1946 bis 1975

  • geschrieben von Hannah Arendt, Dolf Sternberger
  • 480 Seiten
  • Hardcover
  • Format: 21,9 x 14,8 cm
  • 1. Auflage
  • Erscheinungsdatum: 17.09.2019
  • ISBN 978-3-7371-0063-2

Hardcover

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Hannah Arendt war zeit ihres Lebens eine begeisterte Briefschreiberin, die mit ihren Weggefährten in intensivem Austausch stand. Einer dieser Briefwechsel ist erst jetzt entdeckt worden: der mit dem Politologen und Publizisten Dolf Sternberger, dessen Trauzeugin sie – noch als «Hannah Stern, berufslos» – war. Nach dem Krieg begannen die beiden, sich zu schreiben, jetzt zwischen New York, wo die Emigrantin bald zu Weltruhm gelangte, und Heidelberg, wo Dolf Sternberger einen Weg in die bundesrepublikanische Nachkriegsgesellschaft suchte. Ihre Briefe sind voller überraschender Einsichten, sprühen vor Geist und Wortwitz. Kann man die restaurative Bundesrepublik schöner charakterisieren als Arendt: «Mir hat die gute alte Zeit schon nicht gefallen, als sie noch 25 Jahre jünger war»?
Udo Bermbach, der beide kannte, beleuchtet in einer ausführlichen Einleitung und zahlreichen Kommentaren die biographischen und zeithistorischen Hintergründe. Die beiden Briefschreiber verband ein tiefer, freier Gedankenaustausch, an dem der Leser nun erstmals teilhaben darf.

Hannah Arendt
Hannah Arendt, 1906 in Hannover geboren und nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die USA emigriert, gehört zu den wichtigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke zur Theorie der totalen Herrschaft, ihre existenzphilosophischen Schriften und auch ihre Arbeiten als Publizistin (nicht zuletzt ihr Kommentar zum Eichmann-Prozess) haben bis heute nichts an Aktualität verloren, ja werden im Gegenteil noch immer breit rezipiert. Der aus dem Nachlass veröffentlichte Essay „Die Freiheit, frei zu sein“ (2018) etwa stand monatelang auf der „Spiegel“-Bestsellerliste.

Dolf Sternberger
Dolf Sternberger, 1907 bis 1989, gilt als einer der Begründer der Politischen Wissenschaften in Deutschland und spielte in der Publizistik wie in der Wissenschaft der bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft eine zentrale Rolle. Maßgeblich waren seine Beiträge in der „Wandlung“, der „Gegenwart“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“; der Begriff „Verfassungspatriotismus“ geht auf ihn zurück.