Der Fürst

  • Nikol Verlagsges.mbH
  • 152 Seiten
  • Buch
  • Format: 18,7 cm x 12,5 cm
  • Erscheinungsdatum: 04.02.2009
  • Artikelnummer 978-3-86820-021-8

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Niccolò Machiavellis 1532 erschienene Schrift "Il Principe" ist unter dem Titel "Der Fürst" Weltliteratur

geworden. In seiner Radikalität, in seiner scharfen Trennung zwischen rein politischem Handeln und den

Entscheidungen des Einzelnen, überstrahlt Machiavellis Werk die politiktheoretischen Schriften aller seiner

Zeitgenossen.

Machiavelli will klären, "was das oberste politischen Amt sei, wie viele Arten es davon gibt, wie und wann

man es behält, und wie und wann man es verliert". Es geht ihm dabei um die Herrschaftsbildung und Herrschaftssicherung,

um die Bewahrung des principato. Sämtliche Handlungen des Fürsten werden an ihrem

politischen Zweck der Erhaltung der Herrschaft gemessen. Entscheidend für den Erfolg ist nicht der moralische

Wert sondern allein die Wirkung des Verhaltens.

Dieser ausschließlich erfolgsorientierte amoralische Zweckrationalismus war es, der viel seiner Zeitgenossen

zutiefs verstörte. Schon vor Jahrhunderten wurde "Machiavellismus" zu einem Synonym für Verschlagenheit

und Hinterlist, für Amoral und Rücksichtslosigkeit in der Politik. Man hat sich angewöhnt, jede skrupellose

Machtpolitik als "machiavellistisch" zu bezeichnen, jene berühmte oder vielmehr berüchtigte "Realpolitik

", die sich auf Machiavellis "Il Principe" berufen zu können glaubt.

Jedes Jahrhundert hat Machiavellis Schrift anders ausgelegt. In jüngster Zeit wurde sie, wie viele andere

Klassiker der Staats- und Kriegskunst auch, erfolgreich von der Managementlehre adaptiert. Ob unternehmerische

Führungsstrategien oder persönliche Karriereplanung, an Machiavellis und Anti-Machiavellis

herrscht auf dem Buchmarkt kein Mangel. Dennoch lohnt sich ein Blick ins Original, denn "Der Fürst" ist

eine realistische, und in seiner Art zeitlose Diagnose der Politik, in der die Interessen des Staates stets Vorrang

vor allen ethischen Überlegungen hatten.

Niccolò Machiavelli
Niccolò Machiavelli wurde am 3. Mai 1469 in San Casciano in Val di Pesa geboren. Er entstammte einer angesehenen, jedoch verarmten Familie. Er wuchs zusammen mit seinen drei Geschwistern in Florenz auf, der Vater arbeitete hauptsächlich als Anwalt. Mit seinem geringen Gehalt unterhielt dieser eine kleine Bibliothek und ermöglichte seinem Sohn Niccolò eine umfassende humanistische Bildung. So lernte Machiavelli schon früh die antiken Klassiker kennen. Machiavelli war von 1498 bis 1512 Staatssekretär der Zweiten Kanzlei des Rats der ›Dieci di pace e di libertà‹ der Republik Florenz und als solcher für die Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Um 1509 entstanden erste Denkschriften und Theaterstücke. Machiavellis dramatisches Schaffen umfaßte sechs Werke, von denen nur drei erhalten sind. Vor allem aufgrund seines Werks Il Principe (›Der Fürst‹) gilt er als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. Sein politisches Hauptwerk Discorsi ist darüber in den Hintergrund getreten. Macchiavelli starb am 21. Juni 1527 in Florenz.