Der Islam - Schrecken des Abendlands

Wie sich der Westen sein Feindbild konstruiert

  • PapyRossa Verlag
  • 129 Seiten
  • Paperback
  • Format: 195 mm x 133 mm x 15 mm
  • Erscheinungsdatum: 28.04.2012
  • Artikelnummer 978-3-89438-484-5

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Als »dem Westen« mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sein liebstes Feindbild abhanden kam und der NATO eine Legitimationskrise drohte, fand sich bald Ersatz. Ihn lieferte Samuel P. Huntington mit seinem Aufsatz »The Clash of Civilizations«. Die Konflikte des 21. Jahrhunderts seien solche zwischen Kulturen, von denen eine besonders gefährlich sei: Der Islam. Den Beweis dafür musste 9/11 hergeben. Der einst biologisch begründete Rassismus kommt nun im kulturellen Gewande daher: Das Fremde, »der Islam« bedrohe unsere Identität. Die aus den aktuellen Krisen des Kapitalismus erwachsenden Ängste werden so instrumentalisiert gegen Minderheiten. Die Debatte um Sarrazin und Broder markiert nur die Spitze des Eisbergs einer sich europaweit formierenden Rechten. Die arabischen Revolten belegen jedoch: Menschen, gleich welchen Kulturkreises, streben nach einem Leben in Würde. Der behauptete »Kampf der Kulturen« entpuppt sich so als faschistoides Instrument, das auch die Grundlagen bürgerlicher Demokratie bedroht.

Werner Ruf
Werner Ruf, Prof. Dr. phil., *1937. Promotion in Freiburg. Mehrjährige Forschungsaufenthalte in Nordafrika. Lehrtätigkeiten in den USA und Frankreich. Lehrte von 1982 bis 2003 an der Universität Kassel mit den Schwerpunkten internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Außenpolitik.