Wider die Wohlfahrtsdiktatur

Zehn liberale Stimmen

  • Resch-Verlag
  • 254 Seiten
  • Format: 213 mm x 151 mm x 17 mm
  • Erscheinungsdatum: 28.01.1995
  • Artikelnummer 978-3-930039-34-0

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Inzwischen ist es wohl längst kein Geheimnis mehr, daß die hohen sozialen Ansprüche die Leistungsfähigkeit unseres Staates überzogen haben. Mehr noch: Das immer engmaschigere Netz der Umverteilung schränken freiheitliche und damit unternehmerische Dynamik ein. Diesem brennenden Thema widmen sich in dem Band "Wider die Wohlfahrtsdiktatur" 10 Autoren, deren bekannteste sicherlich der tschechische Premierminister Dr. Václav Klaus und der amerikanische Wissenschaftler und bedeutendste liberale Sozialphilosoph der Gegenwart, Anthony de Jasay sind. Jasay behandelt das Thema Umverteilung, während sich Václav Klaus vor allen Dingen auch des Transformationsprozesses östlicher Wirtschaftsordnung in ein freiheitliches System annimmt. Daß Marktwirtschaft nicht ohne entsprechende Verantwortung und damit Ethik laufen kann, hebt der Chefökonom der deutschen Bank, Norbert Walter, hervor. Während Gerhard Radnitzky aufzeigt, was getan werden kann, um den immer mehr wuchernden Umverteilungswahn zu stoppen, nämlich durch Einsatz von besserer Information und Mobilität. Hans Sennholz wiederum, seit 1992 Leiter der Foundation für Economic Education in Irvington, New York, beschreibt Wege, wie Armut abgebaut werden kann. Roland Vaubel, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates beim Bundeswirtschaftsministerium und Professor für Volkswirt- schaftslehre an der Universität Mannheim, befaßt sich vor allen Dingen mit dem Gedanken des Zentralismus, wobei die fortschreitende Zentralisierung Europas als eine Gefährdung der persönlichen Freiheit des Bürgers brandmarkt. Reverend Robert A. Sirico, Präsident des Lord Acton Institutes in USA, zeigt auf, aus welchen geistigen Quellen sich das ökonomische Denken im modernen Katholizismus gespeist hat und wie hier Einflüsse der Spätscholastik und der Österreichischen Schule zusammenwirkten. Dieser Beitrag ist deshalb bemerkenswert, weil bei der heute einsetzenden ordnungspolitischen Diskussion auch und gerade in der katholischen Kirche man sich der Quellen und Ursprünge bisheriger Aussagen auch bewußt sein sollte. Unangenehme Wahrheiten für manchen sozialistisch eingefärbten Ökologen sind die Ausführungen von Prof. Walter Block, USA, über Wege und Irrwege der Umweltpolitik. Er dokumentiert, wie unter staatlichem Einfluß in den Vereinigten Staaten eine positive Umweltpolitik verhindert worden ist und daß bei entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen und privatwirtschaftlicher Organisation die beste Umweltpolitik verwirklicht werden konnte. Nachdenkenswert ist vor allen Dingen auch der Beitrag von Andreas Winterberger, der sich mit der Problematik des Parteienstaates auseinandersetzt. Den Schluß bilden die locker formulierten Ausführungen des Publizisten und Herausgebers dieser Reihe Roland Baader, der verfehlte Lohnfindung und Lohnpolitik aufgreift und vor allen Dingen auch die verfehlte ideologische oder pseudoreligiöse Auffassung, die eben das Prinzip der Leistung und Gegenleistung aufheben möchte. Schon über den ersten Band "Die Enkel des Perikles" schrieb der Hohenheimer Politologe Prof. Dr. Klaus Hornung: Hier sind keine schöngeistig unverbindlichen Beiträge gesammelt, sondern klare Positionsbestimmungen liberaler Autoren angesichts der Krise unseres verkrusteten Versorgungs- und Betreuungsstaates und schließt mit dem Plädoyer: "Man wünscht sich aufgeschlossene Leser in Führungsetagen der Wirtschaft wie der Politik".

Roland Baader
Roland Baader (1940-2012) war Privatgelehrter und freier ­Autor. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre, u. a. beim späteren Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, war er 20 Jahre als Unternehmer tätig, bevor er sich ganz der Publizistik widmete. Er schrieb zahlreiche vielbeachtete Bücher und Hunderte Fachartikel in verschiedenen Publikationen. Roland Baader bekannte sich zur „aussterbenden Spezies“ klassisch-liberaler Denker. Seine Arbeit, ganz der Tradition klassisch- bis ordo-liberaler Philosophen und Nationalökonomen verpflichtet (von Adam Smith über Edmund Burke und Alexis de Tocqueville bis Ludwig von Mises, Friedrich A. von Hayek, Franz Böhm, Wilhelm Röpke und Ludwig Erhard), richtete sich hauptsächlich auf ein leidenschaftlich verfolgtes Ziel: Geist und Inhalt der großen Freiheits-Lehren aus ihrer oft akademisch-vergilbten Diktion in eine lebendige Alltagssprache zu übersetzen und sie – jeweils auf drängende Zeitprobleme projiziert – auf diese Weise dem gebildeten Ökonomie-Laien verständlich zu machen.