»Wir wollen mehr Demokratie wagen«

Antriebskräfte, Realität und Mythos eines Versprechens

  • Dietz, J H
  • 293 Seiten
  • Softcover
  • Format: 203 mm x 139 mm x 32 mm
  • Erscheinungsdatum: 28.06.2019
  • Artikelnummer 978-3-8012-0549-2

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"Wir wollen mehr Demokratie wagen." Dieser Satz von Willy Brandt ist zum legendären Leitspruch für die Reformen in der Bundesrepublik am Übergang von den 1960er- zu den 1970er-Jahren geworden. Der Sammelband analysiert die Hintergründe und die gewollten sowie die ungewollten Folgen und Wirkungen jenes Versprechens und ordnet die Demokratisierungs- und Liberalisierungsbestrebungen der Ära Brandt in den internationalen Kontext ein.
Willy Brandt weckte 1969 hohe Erwartungen, die von der sozial-liberalen Koalition aber nur zum Teil erfüllt wurden. Zunächst beschleunigten sich gesellschaftliche Demokratisierungsprozesse von unten, deren Akteure die Forderung nach "mehr Demokratie" häufig viel radikaler auslegten, als es den Regierungsparteien lieb war. Was Umfang und Tempo der Reformen anging, lag die Bundesrepublik im internationalen Vergleich gleichwohl mit an der Spitze. In der bundesdeutschen Außenpolitik der 1970er- und 1980er-Jahre spielte das Konzept der Demokratie dagegen eine überraschend geringe Rolle.

Axel Schildt
Axel Schildt, geb. 1951, Prof. em. Dr. phil., Mitglied im Vorstand der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, 2002–2017 Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg.

Wolfgang Schmidt
Wolfgang Schmidt, geb. 1968, Dr. phil., Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung Berlin.