Ulrike Guérot über Halford J. Mackinders Heartland-Theorie

Der geografische Drehpunkt der Geschichte

  • Westend
  • Hardcover
  • 128 Seiten
  • 2. Auflage
  • 20,5 cm x 12,5 cm
  • Erscheinungsdatum: 02.12.2024
  • Artikelnummer 978-3-86489-496-1

Hardcover

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"[...] nicht nur hat Europa kein Geld für Krieg. Europa kann nicht Krieg und es hat in diesem Krieg nichts zu gewinnen! Es ist dafür strukturell, finanziell und militärisch nicht ausgelegt. Europa kann sich keinen Krieg leisten, wenn es als demokratische Einheit überleben soll. Anders formuliert: Europa hieß einmal #niewiederKrieg! Europa kann nur Frieden. Allein die Rückbesinnung auf seine Geschichte kann Europa retten und seine Emanzipation befördern. Europa muss wieder Friedensmacht werden, muss aus dem Frieden wieder seine Kraft, seine Stärke und seine Identität ziehen. Das ist es, was Europa, eingeübt über Jahrhunderte in einem Gleichgewicht der Mächte, in eine multipolare, eurasische Welt des 21. Jahrhunderts einbringen müsste. Kurz: Europa ist gleichsam der Anti-Mackinder!"


Ulrike Guérot betrachtet Mackinders Heartland-Theorie aus einem neuen Blickwinkel und ordnet diese in das aktuelle Zeitgeschehen ein.Inklusiv des kompletten Originaltexts von Sir Halford J. Mackinder.

Ulrike Guérot
Ulrike Guérot, geb. 1964, Politikwissenschaftlerin, Gründerin und Direktorin des European Democracy Labs an der European School of Governance, eusg, in Berlin und seit Frühjahr 2016 Professorin und Leiterin des Departments für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems/Österreich. Sie hat zwanzig Jahre in Thinktanks in Paris, Brüssel, London, Washington und Berlin zu Fragen der europäischen Integration und Europas in der Welt gearbeitet und kennt EU-Europa, seine Institutionen und Schwächen wie kein(e) zweite(r).

Halford John Mackinder
Sir Halford John Mackinder, geboren am 15. Februar 1861, prägte als Geograf und später als Ökonom und Politikwissenschaftler bedeutende Entwicklungen in mehreren Disziplinen. Mit seiner Vision einer engeren Verbindung zwischen physischer Geografie und Humangeografie (auch Anthropogeografie genannt) trug er entscheidend dazu bei, beide Forschungszweige zu vereinen. Zudem spielte Mackinder eine zentrale Rolle in der Gründung der London School of Economics, wo er von 1903 bis 1908 als Direktor tätig war und die Institution in ihren frühen Jahren stark beeinflusste. Im Jahr 1887 erreichte Mackinder mit seiner Ernennung zum Lektor für Geografie an der University of Oxford die damals höchste Position, die Geografen in Großbritannien offenstand. Er setzte seine Ambitionen fort und wirkte 1892 als Mitbegründer der University of Reading. Ein Jahr später gründete er die Geographical Association, deren Vorsitz er von 1913 bis 1946 führte und damit ihre Entwicklung maßgeblich prägte. Mackinder veröffentlichte zahlreiche Werke zu Geografie und Politik und widmete sich dabei auch seiner eigenen Heartland-Theorie, in der er die geopolitische Bedeutung der zentralen Landmassen Eurasiens hervorhob. Mit diesen Schriften beeinflusste er die geopolitische Debatte seiner Zeit maßgeblich und legte wichtige theoretische Grundlagen für das Verständnis globaler Machtstrukturen.

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