Beschreibung
Nach beinahe einem Vierteljahrhundert, in dem sich Günther Anders mehr praktisch und publizistisch gegen die aktuellen Bedrohungen engagierte, hat er den zweiten Band seines philosophischen Hauptwerks folgen lassen. Das Thema ist aktueller denn je: die Zerstörung der Humanität und die mögliche physische Selbstauslöschung der Menschheit. Die "Endzeit", das Zeitalter der "Technokratie", ist unwiderruflich angebrochen. Die Technik ist zum Subjekt der Geschichte geworden, der Mensch ist nur noch "mitgeschichtlich". Der bisherige Mensch ist überholt, "antiquiert", der gegenwärtige und auch der zukünftige sind gekennzeichnet durch die Diskrepanz zwischen der noch immer wachsenden Kapazität der Technik und dem Unvermögen der Phantasie, sich die katastrophalen Folgen der Technik vorzustellen. "Es genügt nicht, die Welt zu verändern. Das tun wir ohnehin. Und weitgehend geschieht das sogar ohne unser Zutun. Wir haben diese Veränderung auch zu interpretieren. Und zwar, um diese zu verändern. Damit sich die Welt nicht weiter ohne uns verändere. Und nicht schließlich in eine Welt ohne uns." Günther Anders
über die Autoren
Günther Anders
Günther Anders wurde am 12. Juli 1902 in Breslau geboren. Nach dem Studium der Philosophie 1923 Promotion bei Husserl. Danach gleichzeitig philosophische, journalistische und belletristische Arbeit in Paris und Berlin. 1933 Emigration nach Paris, 1936 nach Amerika. Dort viele "odd jobs", unter anderem Fabrikarbeit, aus deren Analyse sich später sein Hauptwerk Die Antiquiertheit des Menschen ergab. Ab 1945 Versuch, auf die atomare Situation angemessen zu reagieren. Mitinitiator der internationalen Anti-Atombewegung. 1958 Besuch von Hiroshima. 1959 Briefwechsel mit dem Hiroshima-Piloten Claude Eatherly. Stark engagiert in der Bekämpfung des Vietnamkrieges.
Auszeichnungen: 1936 Novellenpreis der Emigration, Amsterdam; 1962 Premio Omegna (der 'Resistanza Italiana'); 1967 Kritikerpreis; 1978 Literaturpreis der 'Bayerischen Akademie der Schönen Künste'; 1979 Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik; 1980 Preis für Kulturpublizistik der Stadt Wien; 1983 Theodor W. Adorno-Preis der Stadt Frankfurt; 1992 Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Günther Anders starb am 17.12.1992 in Wien.
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