Das gespaltene Land

Ein Psychogramm

  • C.H.Beck
  • 256 Seiten
  • Paperback
  • Format: 20,5 x 12,4 cm
  • Erscheinungsdatum: 16.03.2020
  • Artikelnummer 978-3-406-75087-8

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Die Menschen in Deutschland haben Angst vor einer Spaltung der Gesellschaft. Über achtzig Prozent der Bevölkerung machen sich große Sorgen, dass die gesellschaftlichen Gruppen weiter auseinanderdriften. Auch in der Debatte um die Gründe dafür setzt sich die Spaltung weiter fort. Hans-Joachim Maaz, seit seinem Buch "Der Gefühlsstau" ein gefragter Analytiker ost- wie westdeutscher Befindlichkeiten, macht hierfür eine zu geringe innerseelische Verankerung der Demokratie verantwortlich.
Er erklärt das gespaltene Deutschland aus der tiefen Selbst-Entfremdung großer Teile der west- wie der ostdeutschen Bevölkerung. Den neuen Rechtsruck sieht Maaz nicht als die eigentliche Krankheit unserer Gesellschaft, sondern als Symptom einer Spaltung, die tiefer reicht als die herkömmlichen Gegensätze von links und rechts, fortschrittlich und reaktionär, Ost und West, Traditionalismus und Globalismus. Wer etwas gegen die Vertiefung der Spaltung unternehmen will, darf sich nicht auf eine der beiden Seiten schlagen, sondern muss die Psychodynamik der Spaltung selbst untersuchen und entkräften. Wären wir wirkliche Demokraten, würden wir weniger in Entweder-oder- und mehr in Sowohl-als-auch-Beziehungen denken. Unsere jetzige Situation ist laut Maaz die Quittung dafür, dass wir uns mit einer nur äußeren politischen Demokratie begnügt haben.

Hans-Joachim Maaz
Hans-Joachim Maaz, seit 40 Jahren praktizierender Psychiater und Psychoanalytiker, war lange Zeit Chefarzt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Diakoniekrankenhauses Halle