Beschreibung
Der Fall der Berliner Mauer hat die europäische Linke in Ratlosigkeit gestu¿rzt. Auf dem Kampffeld der Ideen sind Fortschritt, Freiheit und Universalismus einer neuen, aus den USA importierten Triade gewichen: Geschlecht, Identität, Rasse. Progressive kämpften einst im Namen der Arbeiterklasse, der Dritten Welt und den Verdammten dieser Erde. Heute dominieren die Diskurse des Neofeminismus, Antirassismus und Postkolonialismus, die den weißen Mann als Feind auserkoren haben. Seine Anatomie macht ihn zum geborenen Raubtier, seine Hautfarbe zum Rassisten, seine Macht zum Ausbeuter aller »Unterdru¿ckten«. Dieser Essay analysiert, wie die Konkurrenz der Geschlechter, der Rassen und der Communities den Klassenkampf ersetzt und die Idee einer gemeinsamen Menschheit zerstört. Wer aus dem weißen Mann den Su¿ndenbock der »intersektionalen« Minderheiten macht, tauscht lediglich einen Rassismus durch einen anderen aus und bereitet den unheilvollen Weg in eine tribalisierte Gemeinschaft, in der sich am Horizont der Krieg aller gegen alle abzeichnet.
über die Autoren
Pascal Bruckner
Der Philosoph und Schriftsteller Pascal Bruckner ist Autor zahlreicher preisgekrönter Werke.
Mark Feldon
Mark Feldon studierte Geographie an der Freien Universität Berlin. Neben seiner Arbeit in zivilgesellschaftlichen und sozialen Bereichen ist er auch als Lektor, Autor und Übersetzer tätig. In den letzten Jahren übertrug er u.a. Werke von Pascal Bruckner, Bari Weiss und Caroline Fourest ins Deutsche.