»Ohne die Anderen kein Selbst, ohne Ambiguität keine Identität, ohne Verzweiflung keine Hoffnung, ohne Anfang kein Ende. Dazwischen ist die Angst.«
Angst kennzeichnet eine Zeit, in der Europas Rechtspopulisten auf dem Vormarsch sind, sich Erschöpfungsdepressionen ausbreiten und der Kapitalismus als Krise erlebt wird. Angst ist der Ausdruck für einen Gesellschaftszustand mit schwankendem Boden. Die Mehrheitsklasse fühlt sich in ihrem sozialen Status bedroht und im Blick auf ihre Zukunft gefährdet. Man ist von dem Empfinden beherrscht, in eine Welt geworfen zu sein, die einem nicht mehr gehört.
Anhand des Erfahrungsbegriffs der Angst erfasst Heinz Bude eine Gesellschaft der verstörenden Ungewissheit, der heruntergeschluckten Wut und der stillen Verbitterung. Das betrifft die Arbeitswelt genauso wie die Intimbeziehungen, das Verhältnis zur Politik ebenso wie die Haltung gegenüber dem Finanzsektor.
Heinz Bude, geboren 1954, studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Von 2000 bis 2023 war er Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Seit 2020 Gründungsdirektor des documenta Instituts in Kassel. Er lebt in Berlin. Im Carl Hanser Verlag erschien zuletzt: »Adorno für Ruinenkinder. Eine Geschichte von 1968« (2018), »Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee« (2019) und, gemeinsam mit Bettina Munk und Karin Wieland, »Aufprall« (2020) sowie »Abschied von den Boomern« (2024).
Heinz Bude, Prof. Dr. phil., Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel.
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