Beschreibung
Andersens Märchen sind weltberühmt und wurden in 80 Sprachen übersetzt. Den ersten Durchbruch schaffte der Däne aber nicht in seiner Heimat, sondern 1835 in Deutschland. 1996 erschien in der Anderen Bibliothek der Band "Schräge Märchen", eine Auswahl in der Übersetzung von Heinrich Detering, die die Doppelbödigkeit der Texte mit Nachdruck zur Geltung brachte. Diese Übersetzung wurde für die Sammlung in der Reclam Bibliothek durchgesehen und ergänzt um noch einmal so viele klassische Märchen wie 'Des Kaisers neue Kleider' (einschließlich des ursprünglichen Schlusses), 'Der fliegende Koffer', 'Die Prinzessin auf der Erbse', 'Die Schneekönigin', 'Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern', 'Der standhafte Zinnsoldat' oder 'Das missratene Entchen.' Ein Kommentar gibt Hinweise zu jedem Text, ein luzides Nachwort wirft Schlaglichter auf das ebenso faszinierende wie tragische Leben Andersens: ein Band, der Lesevergnügen garantiert und gleichzeitig den tiefgründigen Texten gerecht wird.
über die Autoren
Hans Christian Andersen
Hans Christian Andersen (1805–1875) wuchs als Sohn eines Schuhmachers in Odense auf. Armut und Einsamkeit prägten seine Kindheit, Depressionen und andere Krankheiten verfolgten ihn bis ins Erwachsenenalter. Sein künstlerisches Talent wurde am Königlichen Theater in Kopenhagen entdeckt, wo er bereits als 14jähriger Unterricht als Sänger und Tänzer nahm. Im Jahr 1935 erschien das erste seiner Märchenbücher, das ihn mit einem Schlag bekannt machte. Andersens erste Märchen sind stark von Volksmärchen beeinflusst. Später schuf Andersen sich einen ganz eigenen, manchmal fast umgangssprachlichen Märchenton, der ihn zum berühmtesten Dichter seines Landes und zu einem der meistübersetzten Autoren machte. Andersens Beerdigung im Jahr 1875 glich in Dänemark einem Staatsbegräbnis.
Heinrich Detering
Heinrich Detering, geb. 1959, lehrt deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen, hat literaturwissenschaftliche Bücher und Aufsätze sowie Gedichtbände und Essays veröffentlicht, nahm Gastprofessuren und Poetikdozenturen in aller Welt wahr und erhielt zahlreiche wissenschaftliche und literarische Auszeichnungen.