Das Christentum. Religion der Zweifaltigkeit?

Zur Dimension der Dualität in Ludwig Feuerbachs Philosophiekritik im "Wesen des Christentums" (1841)

  • GRIN Verlag
  • Softcover
  • 24 Seiten
  • 1. Auflage
  • 148 mm x 210 mm x 3 mm
  • Erscheinungsdatum: 18.12.2018
  • Artikelnummer 978-3-668-85365-2

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Studienarbeit aus dem Jahr 2017 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts, Note: 1,3, Ruprecht-Karls-Universit?t Heidelberg (Philosophische Fakult?t), Veranstaltung: Hauptseminar: Ludwig Feuerbach ? Das Wesen des Christentums, Sprache: Deutsch, Abstract: Wenn auch der Religionskritik Feuerbachs heutzutage vor allem in der theologischen Gemeinschaft Interesse widerf?hrt und die gr??te Bedeutung der rein religionskritischen Dimension des Werkes beigemessen wird, so war Feuerbachs Intention hinter seiner Kritik durchaus vielschichtig und richtet sich nicht nur gegen das Christentum bzw. die christliche Theologie, sondern auch den Idealismus. Das Werk steht zeitlich am Ende einer langen Epoche der deutschen Philosophie, die vom Idealismus dominiert war und mit Hegels spekulativer Philosophie ihren H?hepunkt fand.


Dem Idealismus wirft Feuerbach vor, dass ihre anf?ngliche Voraussetzungslosigkeit ein Resultat der Abstraktion vom sinnlich-empirischen Menschen ist und ihn als ein selbst nicht-sinnliches und ohne ein sinnliches Gegen?ber Existierendes auffasst. Mit der Abstraktion gehe eine Vereinseitigung des Gegenstandes auf eine Bestimmung und die Verselbstst?ndigung ihrer einher. Die Theologie verlege die Hypostasen im weiteren Schritte ins Jenseits. Feuerbach bek?mpft jegliche unipolaren Weltbilder, weil sie den Menschen notwendig auf eine Bestimmung vereinseitigen. In Feuerbachs bipolarer Welt sind alle Gegenst?nde Einheiten gegens?tzlicher Bestimmungen. Als Ausdruck menschlichen Wesens muss die Philosophie f?r Feuerbach in ihrem formalen Prinzip wesentlich dualistisch sein.


F?r Feuerbach stellt das Christentum eine besondere Religion dar, der sich insbesondere durch die Bedeutung Jesu Christi auszeichnet. Die Wichtigkeit der zweiten Person manifestiert sich in der idiosynkratischen Zentralit?t des Dogmas der Trinit?t im Christentum, aber auch durch ihre unentbehrliche Bedeutung in anderen christlichen Lehren wie die der Sch?pfung und der Inkarnation. Somit dient das Christentum durch die charakteristische Zweigeteiltheit des christlichen Gottes als ausgezeichnetes Modell f?r Feuerbachs Religions- und Philosophiekritik. Anhand der Dogmen verarbeitet Feuerbach durch seine Interpretation der Dimension der Dualit?t die Vielf?ltig- und Vielschichtigkeit seiner Kritikpunkte. In ihnen lehnt er sich teilweise an dialektische Gedanken und Strukturen, wie das des Bewusstseinsprozesses, an, l?sst aber auch eigene Ans?tze im Zusammenhang mit seinem Gattungskonzept und der Ber?cksichtigung von Gef?hl und Sinnlichkeit einflie?en. Dies soll im Folgenden dargestellt werden.