Hegels Pöbel

Eine Untersuchung der »Grundlinien der Philosophie des Rechts«

  • Vorwort von Slavoj Prof. Zizek, Slavoj Žižek
  • Konstanz University Press
  • Softcover
  • 277 Seiten
  • 1. Auflage
  • 23,3 cm x 15,7 cm x 2,0 cm
  • Erscheinungsdatum: 31.05.2011
  • Artikelnummer 978-3-8353-9010-2

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Hegels Staatstheorie scheitert am »Pöbel-Problem«. Frank Ruda wendet sich einer scheinbaren Marginalie der so genannten »politischen Philosophie« Hegels zu, die in dessen »Grundlinien der Philosophie des Rechts« im Kontext der dialektischen Herleitung der Notwendigkeit des Staats aus der widersprüchlichen Verfasstheit der bürgerlichen Gesellschaft aufscheint. Dass jedoch diese Marginalie keine ist, sondern auf vielschichtige Weise zu Irritationen und Problemen innerhalb der Hegel'schen Staatsphilosophie führt, zu Problemen, die diese nicht aufzuheben vermag, bezeichnet dabei den zentralen Einsatz. Was hier als das Problem der Hegel'schen Rechtsphilosophie und als Grund ihres Scheiterns ausgewiesen wird, hat Hegel selbst unter dem Namen des »Pöbels« eingeführt. Wenn Hegel antritt, um das Wesen des modernen Staats so - und das meint in aller Vernünftigkeit - zu schildern, wie es ist, dann folgt ihm der Autor methodisch auf diesem Weg, um die Bedingungen der Möglichkeit des Pöbelproblems, d.h. die Voraussetzungen seiner Emergenz nachzuzeichnen. Dies leitet zum Begriff der Armut und ihrer strukturellen Verankerung in der bürgerlichen Gesellschaft über. Vor diesem Hintergrund führt Ruda erste Bestimmungen des Pöbels, seiner Gesinnung sowie seiner unterschiedlichen Typen (namentlich des Armuts- und Luxus-Pöbels) ein. Im Anschluss zeichnet er diese Bestimmungen in ihrem Problemcharakter und in ihren Konsequenzen nach, um letztlich den strukturellen Ort, den der »Pöbel« als unlösbares Problem in Hegels »politischer Philosophie« einnimmt, als die entscheidende Stelle vorzuschlagen, von der aus sich der viel diskutierte Übergang von Hegel zu Marx auf eine neue Weise denken lässt. Das Buch bietet eine Einführung in alle relevanten Begriffe des politischen Denkens Hegels und zeigt zugleich deren Verbindungen zu zeitgenössischen Debatten um emanzipatorische Politik auf, die u.a. von Alain Badiou und Slavoj Zizek geführt werden.

Frank Ruda
Frank Ruda ist derzeit Senior Lecturer in Philosophie an der University of Dundee, Schottland. Seine Forschung umfasst die französische Philosophie der Gegenwart, Decartes, den deutschen Idealismus, Ästhetik und Medienphilosophie, Phänomenologie, politische Theorie, Psychoanalyse und Theorien des Fatalismus. Bei KUP erschienen »Hegels Pöbel. Eine Untersuchung der »Grundlinien der Philosophie des Rechts«« (2011) und »Indifferenz und Wiederholung. Freiheit in der Moderne« (2018).

Slavoj Žižek
Slavoj Žižek wurde am 21. März 1949 in Ljubljana, Slowenien geboren und wuchs auch dort auf. Er studierte Philosophie und Soziologie an der Universität in Ljubljana und Psychoanalyse an der Universität Paris VIII. Seit den achtziger Jahren hat Žižek zahlreiche Gastprofessuren im Ausland inne, unter anderem an der Tulane University, New Orleans (1993), der Cardozo Law School, New York (1994), der Columbia University, New York (1995), in Princeton (1996) und an der New School for Social Research, New York (1997). Von 2000 bis 2002 leitete er eine Forschungsgruppe am kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Er war jahrelanger Herausgeber der Zeitschrift der slowenischen Lacan-Schule Wo Es war und setzte sich unter anderem mit der Philosophie des Deutschen Idealismus, mit Hegel und mit Karl Marx auseinander, sowie mit zeitgenössischen Denkansätzen aus dem Bereich des Poststrukturalismus, der Medientheorie, des Feminismus und der Cultural Studies. Heute lehrt an der European Graduate School, am Birkbeck College der University of London und am Institut für Soziologie der Universität von Ljubljana. Seine erste englischsprachige Buchveröffentlichung The Sublime Object of Ideology erschien 1989. Seitdem veröffentlichte Žižek über 20 Monographien, in denen er sich zunächst um eine lacanianische Lesart der Philosophie, der Populärkultur und in den letzten Jahren zunehmend der Politischen Theorie bemühte.

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