Im Abgang ein Hauch von Schwefel

Reaktionäres vom Tage. Acta diurna 2020-2021


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Aus dem Schwefeldunst der politisch Unberührbaren wirft uns Michael Klonovsky seinen finalen Band der "Acta diurna" entgegen. Es ist ein allerletztes, orgasmisches Aufbäumen der spitzesten Feder Deutschlands gegen den allesverschlingenden Zeitgeist der "Anywheres" und Annegrets, der Gretas und Schwabs dieser Welt.
Man wird einem die Acta einmal mit einem Stück Brie und einem guten Schluck 2015er Château Margaux reichen müssen, so erlesen sind Klonovskys gesammelte Perlen, die, nimmt man alle Bände zusammen, nahezu eine Dekade bundesrepublikanischer Schwindsucht abbilden und - um des Zeitgeistes Willen - diesmal vor die "Umweltsäue" und andere "Deplorables" geworfen werden mussten.
Was jetzt schon als gesichert gelten kann: Die "Acta diurna" werden vortrefflich reifen und den Leser auch in vielen Monden mit immer neuen Aromen am Gaumen streicheln. Immer vorausgesetzt natürlich, dass sie nicht in der Zwischenzeit dem Sauberkeitsfimmel irgendeiner Annetta zum Opfer gefallen sind. Gott vergelt's!

Michael Klonovsky
Michael Klonovsky, im August 1962 entbunden und abgenabelt zu Schlema im Erzgebirge, lebte bis zum Mauerfall ohne die Spur einer Karriere in Ostberlin. 1990 wurde er Journalist. Von 1992 bis 2016 war er Redakteur, Textchef sowie Leiter des Debattenressorts beim Magazin Focus in München. Seither ist er als politischer Berater ermüdlich tätig. Klonovsky schreibt Romane, Essays und das Online-Tagebuch Acta diurna. Er ist verheiratet mit der israelischen Pianistin Elena Gurevich und lebt in München.