Beschreibung
Siri Hustvedt, die Autorin solcher internationaler Bestseller wie "Was ich liebte" und "Der Sommer ohne Männer", war schon immer fasziniert von der Biologie und der Theorie der menschlichen Wahrnehmung. Sie liebt die Kunst, die Geistes- und die Naturwissenschaften gleichermaßen. Sie ist Romanautorin und Feministin. Die im vorliegenden Band versammelten, ebenso klarsichtigen wie radikalen Essays legen eindrucksvoll Zeugnis von ihren vielfältigen Talenten ab. Der erste Teil untersucht die Fragen, die mitbeeinflussen, wie wir Kunst und die Welt im Allgemeinen sehen und beurteilen: Fragen der Wahrnehmung, Fragen des Geschlechts. Grundlagen dieser Diskussion sind etwa Werke von Picasso, de Kooning, Jeff Koons, Louise Bourgeois, Anselm Kiefer, Robert Mapplethorpe, Susan Sontag und Karl Ove Knausgard. Der zweite Teil befasst sich mit neurologischen Störungen und, unter anderem, mit den Rätseln von Hysterie und Synästhesie sowie mit der Selbsttötung. In letzter Zeit wird oft gefordert, man müsste eine neue, stabile Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaften bauen. Im Moment existiert nur eine behelfsmäßige, aber Siri Hustvedt fühlt sich ermutigt von den Reisenden, die sie in beide Richtungen überquert haben. "Eine Frau schaut auf Männer, die auf Frauen schauen" ist eine einsichts- und eindrucksvolle Bestandsaufnahme dieser Reisen.
über die Autoren
Siri Hustvedt
Siri Hustvedt, 1955 in Northfield, Minnesota, geboren, studierte Geschichte und Anglistik und wurde mit einer Arbeit über Charles Dickens promoviert. Neben Romanen wie den internationalen Bestsellern Was ich liebte und Ein Sommer ohne Männer schreibt sie Essays und Gedichte. Seit den neunziger Jahren beschäftigt sie sich mit neurowissenschaftlichen und psychoanalytischen Themen, über die sie seit Erscheinen ihres Buchs Die zitternde Frau auch Vorträge hält. Bis zu seinem Tod 2024 war Hustvedt mit dem Schriftsteller Paul Auster verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat.
Uli Aumüller
Uli Aumüller übersetzt u. a. Siri Hustvedt, Jeffrey Eugenides, Jean Paul Sartre, Albert Camus und Milan Kundera. Für ihre Übersetzungen erhielt sie den Paul-Celan-Preis und den Jane-Scatcherd-Preis.
Grete Osterwald
Grete Osterwald lebt nach mehreren Jahren in Paris als literarische Übersetzerin aus dem Französischen und Englischen in Frankfurt am Main. Für ihre Arbeiten wurde sie mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt 2017 mit dem Jane-Scatcherd-Preis für die herausragende Übertragung des Weltromans »Die Großmächtigen von Hédi Kaddour«. In dem breiten Spektrum der von ihr übersetzten Autoren, von Georges Duby bis Jacques Chessex, von J. G. Farrell bis Siri Hustvedt, erscheint ihr Simenons Non-Maigret-Roman »Die Verlobung des Monsieur Hire« als ein Meisterwerk der literarischen Erzählkunst: »Kein Wort zu viel, keine Anspielung zu wenig, Satz für Satz zu sich verdichtender Spannung geschliffen – was für ein Vergnügen!«