Senkblei der Geschichten

Gespräche

  • Softcover
  • 205 Seiten
  • 118 mm x 188 mm x 17 mm
  • Erscheinungsdatum: 22.07.2020
  • Artikelnummer 978-3-0358-0347-1

Softcover

lieferbar innerhalb von 10 Tagen
Auf den Merkzettel

Seit Jahrzehnten pflegen Alexander Kluge und Joseph Vogl ihren Ideenaustausch als kooperative Unterscheidungs- und Assoziationskunst. Wie bereits in dem Band Soll und Haben werden auch hier in einer Art liquidem Gedankentransfer die Realitäten am Literaturvorrat scharf gestellt, mögliche Zukünfte entlang von Geschichten neu kon­stelliert: ein auslotendes Vagabundieren, das vom Bau der Chinesischen Mauer bis ins Silicon Valley, vom »Roman der Börse« zum »unbeschriebenen Blatt Europa«, vom Boulevard Haussmann bis vor ein »Loch in der Wirklichkeit« führt.


Dass diese Passion der zielführenden Abschweifung, des tastenden Vergegenwärtigens im Kopf des Lesenden äußerst elektrisierende Wellen schlägt, macht auch dieser Band erfahrbar: Senkblei der Geschichten präsentiert eine Auswahl neuerer und ­neuester Gespräche bis in den April 2020 hinein. Ein erfrischendes Vademecum nicht zuletzt in unübersichtlicher Zeit, um angesichts eines »Zerfalls der Wirklichkeit« einen klaren Kopf zu bekommen.
7 - 18 Das Loch in der Wirklichkeit (Alexander Kluge, Joseph Vogl)19 - 38 Moby-Dick ist das Senkblei der Geschichte (Alexander Kluge, Joseph Vogl)39 - 48 Die Menschmaschine: Bestie Mensch - über die Entdeckung der Triebe (Alexander Kluge, Joseph Vogl)49 - 80 Berichte zur Zeit: Das kalte Herz und das Geld - Orientierung im Kältestrom (Alexander Kluge, Joseph Vogl)81 - 84 Geld macht den Dingen Beine (Alexander Kluge, Joseph Vogl)85 - 122 Es sind Geister in den Maschinen (Alexander Kluge, Joseph Vogl)123 - 142 Europa: das unbeschriebene Blatt (Alexander Kluge, Joseph Vogl)143 - 166 Keine Macht für niemand (Alexander Kluge, Joseph Vogl)167 - 186 Begriffskatastrophen (Alexander Kluge, Joseph Vogl)187 - 196 'Schöne Ansichten der Zerstörung' (Alexander Kluge, Joseph Vogl)

Alexander Kluge
Alexander Kluge (1932–2026), geboren in Halberstadt, war Jurist, Filmemacher und Schriftsteller. 1987 gründete er die bedeutende Produktionsfirma dctp, eine Plattform für unabhängige Programme im deutschen Privatfernsehen und Internet. Sein Gesamtwerk aus Büchern, Ausstellungen, Filmen, Fernseh-Reihen und Hörspielen war genre-übergreifend und vielfach preisgekrönt. Er erhielt u.a. den Deutschen Filmpreis 2008 (Ehrenpreis) und den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie »Beste Fiktion«.

Joseph Vogl
Joseph Vogl ist Professor für Neuere deutsche Literatur, Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Visiting Professor an der Princeton University. Sein letztes Buch "Der Souveränitätseffekt" war 2015 für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert.