Freundschaft in finsteren Zeiten

Mit Erinnerungen von Mary McCarthy, Alfred Kazin, Jerome Kohn und Richard Bernstein

  • Matthes & Seitz Berlin
  • Softcover
  • 142 Seiten
  • 4. Auflage
  • 18,0 cm x 9,5 cm
  • Erscheinungsdatum: 31.12.2018
  • Artikelnummer 978-3-95757-606-4

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Die politische Dimension der Freundschaft entfaltet Hannah Arendt in ihren klassisch gewordenen »Gedanken zu Lessing«, die das gemeinsame Interesse an der Welt betonen. Denn die geschlossene Welt der »Brüderlichkeit«, in die »Erniedrigte und Beleidigte« sich ehemals zurückziehen konnten, ist in »finsteren Zeiten« zerstört worden, der Rückzug ins Private gescheitert und das Vergangene nicht zu bewältigen. Hannah Arendt setzt diesen verlorengegangenen Möglichkeiten eine Vision der Freundschaft entgegen, deren politische Leidenschaft vom gemeinsamen Interesse für die Welt lebt. Ihre ebenso polemische wie tröstende Auffassung des Miteinanders erhält im Licht der gegenwärtigen Polarisierung der Gesellschaft und politisch-gesellschaftlicher Krisen neue Bedeutung und Kraft.

Hannah Arendt
Hannah Arendt war eine der signifikanten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie wurde 1906 in Hannover geboren und emigrierte 1933 zunächst nach Paris, 1941 dann mit ihrem Mann nach New York. Bis sie 1957 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt, war sie staatenlos. Nicht nur ihr Buch über den Eichmann-Prozess sorgte international für Furore. Arendt war Professorin an der Universität in Chicago und lehrte danach an der New School for Social Research in New York. Dort starb sie 1975.

Matthias Bormuth
Matthias Bormuth, 1963 geboren, ist Medizinethiker und Kulturwissenschaftler, hat seit 2012 die Heisenberg-Professur für Vergleichende Ideengeschichte an der Universität Oldenburg inne und leitet dort das Karl-Jaspers-Haus. Er edierte Werke von Hannah Ahrendt, Karl Jaspers sowie Max Weber und veröffentlichte zahlreiche eigene Monografien, zuletzt Mit einer Handvoll Sand. Ingeborg Bachmann als Philosophin (2010).

Mary McCarthy
Mary McCarthy (1912-1989), amerikanische Schriftstellerin, Kunst- und Theaterkritikerin. Lebte nach schriftstellerischen Anfängen im New Yorker Intellektuellen-Milieu seit den fünfziger Jahren in Italien und Frankreich. Veröffentlichte realistische, gesellschaftskritische Essays, Reportagen (u.a. gegen das amerikanische Vietnam-Engagement) und Romane; am bekanntesten in Deutschland wurde ihr autobiographischer Roman über die weibliche College-Erziehung, »Die Clique« (dt. 1964).

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