Beschreibung
'Schlimmer als die Zensur der Presse ist die Zensur durch die Presse.' Das schrieb der hellsichtige Gilbert K. Chesterton - Schöpfer der weltbekannten Figur Pater Brown - bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts. Chesterton, der journalistische Star seiner Zeit, ein katholischer Konvertit, ist das Vorbild für Matusseks Bericht aus dem Innenraum der Vierten Gewalt. Denn die Medien haben sich - so scheint es - in den letzten Jahren in einen unkritischen Jubelchor der Regierung verwandelt und das Land in einen Hippiestaat, der so verrückt agiert, als gäben die Woodstock-Veteranen Jefferson Airplane mit ihrer psychedelischen Hymne 'White Rabbit' den Takt vor. In diesem vor Witz und Ironie funkelnden Werk verfolgt Matussek den Wahnsinn in deutschen Landen wie die teils komische, teils absurde Selbstbeschränkung der Presse - und kommt immer wieder auf seinen Referenzheiligen Chesterton zurück, den 'Apostel des gesunden Menschenverstandes', insofern dieser der 'schreibenden Zunft' noch heute Maßstab sein könnte, besser: sollte - und das nicht nur im Jahr des willkommenen Flüchtlings 2015.
über die Autoren
Matthias Matussek
Matthias Matussek, geb. 1954, studierte Germanistik, Amerikanistik und Komparatistik, ist Autor von 24 Büchern, davon drei Bestsellern, sowie drei Romanen, Kurzgeschichten, Drehbüchern. Er ist Träger des Egon-Erwin-Kisch-Preises, arbeitete drei Jahre für den Stern, 26 Jahre lang für den Spiegel, u. a. als Büroleiter in New York, Rio de Janeiro und London, sowie als Kulturchef des Magazins; anschließend knapp zwei Jahre als Autor bei der Tageszeitung Die Welt. Matussek schrieb zahllose Titelgeschichten, etwa über Lady Di oder die Kulturrevolution der 68er, dazu Reportage-Essays über literarische Schwergewichte wie Heinrich Heine, James Joyce, Georg Büchner und Mark Twain. Für seinen Videoblog Matusseks Kulturtipp wurde er mit dem Goldenen Prometheus ausgezeichnet.