Beschreibung
Strohmeyer kritisiert die Übernahme des zionistisch geprägten Gedenkens an den Holocaust, mit der die Verfolgung der PalästinenserInnen indirekt legitimiert wird. Das enge Verhältnis zu Israel führte in Deutschland zur Herausbildung einer regelrechten Israel-Ideologie, die bürokratisch von eigenen Antisemitismus-Beauftragten überwacht wird. Die Erinnerungspolitik hat sich vor allem durch ihre völlige Identifizierung mit dem zionistischen, nationalistisch-zweckgebundenen Gedenken an den Holocaust in eine Sackgasse manövriert. Um sie nicht scheitern zu lassen, muss sie sich davon befreien und neu aufstellen, damit das Holocaust-Gedenken in eine universalistisch verstandene Globalgeschichte eingeordnet werden kann.
über die Autoren
Arn Strohmeyer
Arn Strohmeyer, Jg. 1942, hat Philosophie, Soziologie und
Slawistik mit dem Abschluss Magister studiert. Er hat als
politischer Journalist bei verschiedenen Tageszeitungen und
einer politischen Monatszeitschrift gearbeitet. Neben dieser
Tätigkeit hat er mehrere Bücher geschrieben. Seine Themenschwerpunkte
sind die kritische Aufarbeitung der NS-Zeit,
Kreta/Griechenland und der Nahe Osten/Palästina. Strohmeyer
lebt und arbeitet heute als Schriftsteller in Bremen
(arnstrohmeyer.de).