Julius / Gruppe von UR Evola

Julius Evola (1898–1974) wird als Kulturphilosoph, Künstler, politischer Autor, Esoteriker und Religionsphilosoph erforscht. Vor allem im italischen Forschungsumfeld sind die jährlich neu erscheinenden akademischen Arbeiten zu Julius Evola kaum überschaubar. Dichtwerke und theoretische Schriften machen ihn zum Mitbegründer des italienischen Dadaismus. Nach Beendigung seiner provokanten künstlerischen Tätigkeit Aufbau eines eigenen philosophischen Systems, das er nach Novalis "Magischen Idealismus" nennt. Intensives Studium westlicher (Magie, Alchemie) und östlicher (Taoismus, Tantrismus) esoterischer Systeme. Von der Idee der "Integralen Tradition" beeinflusst. Kennzeichnend für sein gesamtes Schaffen ist sein Drang nach Überhöhung der bloß menschlichen Existenzweise und seine radikale Ausrichtung nach transzendenten Prinzipien, die er auch "immanent" wahrnimmt. Die Gruppe von UR, die von 1927–1929 bestand, wurde im Wesentlichen vom italienischen Mathematiker, Neu-Pythagoreer und Hochgradfreimaurer Arturo Reghini sowie von Julius Evola begründet, der damals bereits seine dadaistische und philosophische Periode beendet und sich intensiv mit fernöstlicher Spiritualität beschäftigt hatte. Auf Grund ihres umfangreichen Lehrmaterials und wegen der hoch qualifizierten Mitglieder (darunter Altphilologen, der Begründer der Freudschen Psychoanalyse in Italien, Literaten, erfahrene Mitglieder anderer magischer Gruppierungen sowie die Spitze der Anthroposophie in Italien) muss die Gruppe von UR zu den interessantesten magischen Bünden des 20. Jahrhunderts gerechnet werden.