Vorher und Nachher

Die Architektur der Katastrophe

  • Diaphanes
  • Softcover
  • 108 Seiten
  • 19,0 cm x 11,8 cm
  • Erscheinungsdatum: 02.09.2024
  • Artikelnummer 978-3-0358-0655-7

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Flutkatastrophen in Kambodscha, zerbombte Städte in Pakistan, politische Umstrukturierungen ganzer Länder: »Bildkomplexe« humanitärer und ökologischer Umwälzungen dokumentieren die Welt als Abfolge von Katastrophen. Eyal und Ines Weizman lesen die Geschichte des Vorher-Nachher-Bildes von der Photographie des 19. Jahrhunderts bis zu zeit­genössischen Satellitenbildern und entdecken in ihnen jene Lücke, in der sich nicht nur das verheerende Ereignis verbirgt: Es sind die Menschen selbst, die aus den Bildern zu verschwinden drohen, wenn Zeugenaussagen mehr und mehr von Analysen materieller oder digitaler Beweise wie Satellitenbildern oder 3D-Modellen verdrängt werden. Es scheint als sei die humanitäre Arbeit paradoxerweise gerade bezüglich der Rekonstruktion von Kriegsverbrechen, bei denen ­doch Menschen, deren Schicksale und Rechte im Zen­trum stehen müssten, in eine post-humane Phase eingetreten. Wer aber entscheidet über die Darstellung dieser Ereignisse, bestimmt die Pixel­anzahl unserer Bildwelten, herrscht über Zirkulation oder Zensur von Bildern, wenn ­Technologien der ­Überwachung und Zerstörung mit den forensischen Werkzeugen in eins fallen?
7 - 52 Vorher & Nachher (Ines Weizman, Eyal Weizman)53 - 108 'In der Lücke zwischen den Bildern' (Marie Glassl, Ines Weizman, Eyal Weizman)

Eyal Weizman
Eyal Weizman ist Gründer und Direktor von Forensic Architecture und Professor für räumliche und visuelle Kulturen am Goldsmiths, University of London, wo er 2005 das Centre for Research Architecture gründete. 2007 gründete er zusammen mit Sandi Hilal und Alessandro Petti das Architekturkollektiv DAAR in Beit Sahour/Palästina. Er ist Autor zahlreicher Bücher und hatte Positionen an Universitäten weltweit inne, darunter Princeton, ETH Zürich und die Akademie der bildenden Künste in Wien. Er ist Mitglied des Technologiebeirats des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) und gehört dem Vorstand des Centre for Investigative Journalism (CIJ) an. Im Jahr 2019 wurde er zum lebenslangen Mitglied der British Academy gewählt. Eyal und Forensic Architecture wurden mit einem MBE für Verdienste um die Architektur (2020), dem London Design Award (2021), dem Mark Cousins Theory Award (2024), dem Peabody Award für interaktive Medien, dem European Cultural Foundation Award for Culture und dem RIBA Charles Jencks Award ausgezeichnet.

Ines Weizman
Ines Weizman geboren in Leipzig, Deutschland, ist Leiterin des PhD-Programms der School of Architecture, Royal College of Art in London. Seit 2022 ist sie Professorin für Architekturtheorie und Design an der Akademie der bildenden Künste am Institut für Kunst und Architektur in Wien und Gründungsdirektorin des Centre for Documentary Architecture (CDA), einem interdisziplinären Forschungskollektiv von Architekturhistorikern, Filmemachern und digitalen Technologen. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen gehören Dust&Data: Traces of the Bauhaus across 100 Years (2019) und Documentary Architecture/ Dissidence through Architecture (2020). 2023 beauftragte sie die Arbeiten des litauischen Pavillons der Architekturbiennale Venedig, wo sie ebenfalls eine Installation zu Joséphine Baker und der modernen Architektur in der kolonisierten arabischen Welt präsentierte. Ihr aktuelles Buch Joséphine Baker across the Colonial Modern erscheint 2024.